Festigen, Üben, Wiederholen

Diese Begriffe scheinen immer stärker in Vergessenheit zu geraten. Über die Bedeutung, Erlerntes zu festigen, gibt es kaum Zweifel. Wer sollte das wahrnehmen und umsetzen? Der Unterricht in der Schule baut auf den Grundsätzen jedenfalls auf. Das Wiederholen ist aber, von der Ressource Zeit, von den individuellen Bedürfnissen und von der Anzahl der Schüler in ausreichendem Umfang nicht möglich. Ab hier sind die Eltern sehr gefordert!

Was kann das Kind noch nicht, wo sind Unsicherheiten und was ist aus den Beurteilungen in den Heften abzulesen?

Weitere Gefahrenquellen des Vergessens: Vielfach schreiben die Kinder die Hausübung bei der Nachmittagsbetreuung und die Eltern haben zu wenig Einblick in das Lerngeschehen. Ein zusätzliches Problem stellt die leichte Schultasche dar. Die Schulkinder tragen nur das Notwendigste mit. Dadurch bekommen die Eltern viel weniger zu sehen als früher.

Einen kleinen Beitrag der Abhilfe sollen die zwei Fibeln der heurigen Ersten bringen: Eine bleibt über die Woche zum Üben einer bestimmten Einheit zu Hause und wird erst am Freitag in die Schule gebracht. Die zweite kommt über das Wochenende mit zum Üben.

Weitere Übungseinheiten könnten auch in den Alltag eingebaut werden. Dem Erfindergeist sind kaum Grenzen gesetzt: Kopfrechnen beim Einkaufen, beim Autofahren, beim Backen von Weihnachtskeksen oder bei einem Spaziergang im Wald.

Individuelle Lerndefizite der Kinder sollten ernst genommen werden. Die Lehrkräfte beraten die Eltern über ihre Möglichkeiten der zusätzlichen Unterstützung des Lernens. Kleine, kurze und mit Steigerungen verbundene Übungseinheiten bewähren sich bei weitem besser als lange, demotivierende Gewalttouren. Schriftliche Aufzeichnungen über das Üben und Festigen erleichtern das Beratungsgespräch beim Elternabend.